Mit Infrarotheizung bares Geld sparen

So senken Sie Ihren Energieverbrauch, ohne die Lebensqualität zu beeinträchtigen.

Energieverbrauch senken, ohne die Lebensqualität zu beeinträchtigen – diesem Prinzip folgen inzwischen viele Haushalte. Allerdings gibt es noch lange nicht genug davon. Wenn es um den Heizbedarf geht, handeln Verbraucher häufig unbedacht. Durch unaufmerksames Verhalten und aufgrund fehlender oder falscher Informationen verbrennen sie buchstäblich Geld.

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Kältebrücken und Lecks beheben, Heizverhalten anpassen

Um zu beurteilen, wie effizient und kostengünstig eine Heizung arbeitet, muss geklärt sein, ob die Immobilie energetisch optimal konzipiert ist. Die wichtigste Frage lautet: Bleibt die Wärme im Inneren oder dringt sie nach außen? Jedes noch so effiziente Heizsystem kann nämlich keine Bestleistung vollbringen, wenn Energie durch undichte Fenster- oder Türrahmen, Fassadenteile oder andere Kältebrücken unkontrolliert nach außen entweicht. Thermografische Aufnahmen bringen ans Tageslicht, ob ein Haus mehr Heizenergie verschlingt als nötig.

Heizsysteme im Fokus: Infrarotheizungen

Infrarotheizungen werden mit Strom betrieben. Der zugeführte Strom wird nahezu zu 100 Prozent in Wärme umgewandelt. In diesem Punkt verdient die Infrarotheizung eine Auszeichnung, denn an Effizienz ist der Wert kaum zu übertreffen. Allerdings muss die Gesamtheit einer Infrarotheizung mit anderen Heizsystemen verglichen werden, um eine gültige Aussage darüber treffen zu können, welches System energieeffizienter ist. Es gibt unzählige Vergleiche im Netz und die meisten von ihnen geben an, dass eine Infrarotheizung deutlich mehr Energie verbraucht als beispielsweise Gas-Brennwertheizungen. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit, wie eine Studie der Technischen Universität Kaiserslautern 2008/2009 ermittelt hat. Dr.-Ing. Peter Kosack erläutert in einem darauf aufbauenden Vortrag vom 23.06.2016 (PDF-Download), worin seinen Untersuchungen zufolge der Denkfehler besteht:

Bei den verglichenen Heizsystemen orientieren sich die Urheber der Untersuchungen an der EnEV, der Energieeinsparverordnung in ihrer jeweils gültigen Fassung. Die Infrarotheizung wird als Elektroheizung eingestuft, was grundsätzlich richtig ist. Die Krux liegt laut Dr.-Ing. Peter Kosack darin, dass die Berechnungsvorschriften der EnEV für elektrische Konvektionsheizungen gelten. Sie treffen aber auf Infrarotheizungen gar nicht zu.

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In der Praxis (Untersuchung bei sanierten Altbauten) stellte sich heraus, dass ein horrender Unterschied zwischen den nach EnEV berechneten Werten und den tatsächlich gemessenen Werten bestand. Die Differenzen waren derartig groß, dass die Infrarotheizung in Sachen Energieeffizienz nicht nur eine Nachtspeicherheizung überholte, sondern im Verbrauch auch unter dem von Gas-Brennwertheizungen lag. Damit rückt eine Infrarotheizung neuester Technik tatsächlich in den Bereich einer ernstzunehmenden Konkurrenz auf dem Markt der Heiztechnik.

Infrarotheizung in kleinen Räumen und zum punktuellen Einsatz

Um eine gewisse thermische Behaglichkeit in Wohnräumen herzustellen, ist eine Infrarotheizung gut geeignet, wenn die Voraussetzungen im Gebäude stimmen. Das Haus sollte keine Kältebrücken oder Lecks aufweisen sowie Räume mit geringem Volumen beherbergen. Bei den derzeit auf dem Markt erhältlichen Modellen eignen sich die Heizmodule insbesondere für kleine Räume. Eine Infrarotheizung ist beispielsweise in einem Badezimmer ideal. Auch in kleinen Fluren, in einer Gartenhütte oder im Campingbus oder Wohnwagen sind Infrarotgeräte flexibel und schnell einsetzbar. Zur punktuellen Beheizung, zum Beispiel im Fußraum unterhalb einer Kühltheke in einem Gewerbebetrieb, in der Landwirtschaft oder Tierhaltung, in der Gastronomie oder auf dem Bau zur Trocknung des Mauerwerks leisten Infrarotheizungen bereits heute gute Arbeit. Selbst in Großraumbüros können Infrarotheizungen unter dem Schreibtisch für lokale Wärme sorgen, so dass jeder Mitarbeiter in seinem bevorzugten Temperaturlevel arbeiten kann. Die Montage ist einfach und kann auch von einem Laien durchgeführt werden.

Optimierte Energiekette: Solarenergie nutzen, um Infrarotheizung zu betreiben

Wird der Strom durch solare Einstrahlung gewonnen, lässt sich die Wandlungskette wie folgt beschreiben:

  • Sonnenstrahlung wird über Photovoltaikanlagen aufgenommen. In Frankreich wird dazu beispielsweise eine Energieblume verwendet, um einen 3-Personen-Haushalt mit Energie zu versorgen. In Deutschland sind herkömmliche Dachpanelen der Standard.
  • Die Sonnenstrahlung wird in der Photovoltaikanlage in elektrische Energie umgewandelt.
  • Die elektrische Energie versorgt die elektrische Infrarotheizung.
  • Die Infrarotheizung erwärmt mir ihren Strahlen Gegenstände und Personen im Raum, die wiederum die Raumluft erwärmen.

Eine so optimierte Heizkette birgt das Potenzial größtmöglicher Energieeffizienz.

Die Vorteile dieses Heizsystems liegen abgesehen vom Kostenfaktor darin, dass

  • Räume rasch aufheizbar und Heizelemente langlebig und sicher sind,
  • Strahlungswärme positiv auf die Gesundheit wirkt und
  • die Installation einfach ist.

Dr.-Ing. Peter Kosack von der TU Kaiserslautern hat seine Untersuchungen im Rahmen von Altbausanierungen vorgenommen. Er kommt zu diesem Schluss: Er geht davon aus, dass die eingesetzten Infrarotheizungen einen höchstmöglichen Strahlungswirkungsgrad sowie kurze Aufheizzeiten aufweisen müssen, um in einem Gebäude energieeffizient arbeiten zu können. Dazu sind weitere Studien nötig. Er fasst seine technisch fundierte Erfahrung in seinem Vortrag so zusammen:

„Die Infrarotheizung nimmt im Spektrum der Heizungen eine Sonderstellung ein, da mit ihr verschiedene Effekte zur Energie-Effizienz-Steigerung und zur Erhöhung der Behaglichkeit genutzt werden können. Prinzipiell ist eine Infrarotheizung zu 100 Prozent regenerativ betreibbar. Zur optimalen Effizienz-Steigerung müssen Infrarotheizung, Regelung und Gebäudetyp zusammenpassen. Unter dieser Voraussetzung ist die Infrarotheizung eine komfortable, kostengünstige und zukunftsfähige Heizung.“

Fazit: Kombinierte Heiztechnik ist die beste Wahl

Solange die Forschung noch keine genauen Angaben darüber machen kann, wie ein optimaler Gebäudetyp aussieht, der nachweislich kostengünstig und energieeffizient mit Infrarotheizungen beheizt werden kann, sollten sich Verbraucher bei der Ausstattung eines gesamten Hauses mit dieser Technik noch zurückhalten. Eine Kombination aus herkömmlichen Heizsystemen und Infrarotheizungen in Räumen mit geringem Raumvolumen zur punktuellen und/oder vorübergehenden Beheizung ist derzeit noch wirtschaftlicher.