Wohlige Wärme mit einer Hybridheizung

Das Heizen mit fossilen Energieträgern wird teurer. Der Einbau einer Erdgas-Brennwertheizung kann trotzdem weiterhin sinnvoll sein – vor allem im Altbau und in Kombination mit erneuerbaren Energien.

Mit dem Klimaschutzgesetz 2021 will die Bundesregierung den CO2-Ausstoß drastisch senken. Um das zu erreichen, wurden im Klimapaket Preise für CO2-Emissionen festgelegt. Sie sollen einen Anreiz darstellen, dass Hauseigentümer möglichst rasch auf effizientere Heizungen umrüsten – und dabei auch erneuerbare Energien nutzen. Da Erdgasheizungen Kohlendioxid ausstoßen, müssen seit 1. Januar 2021 neben den Brennstoffkosten für jede Tonne Treibhausgas zusätzlich 25 Euro CO2-Abgabe bezahlt werden. Ab 1. Januar 2022 sind es 30 Euro, bis 2025 steigt der Preis stufenweise auf  55 Euro pro Tonne.

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Für einen vierköpfigen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden bedeutet das 2022 Mehrkosten von etwa 132 Euro, in 2025 dann 242 Euro Zusatzbelastung. Trotzdem kann sich auch weiterhin der Einbau einer Erdgas-Brennwertheizung lohnen.

Effizienz senkt Kosten

Je älter eine Heizung ist, umso höher ist der Verbrauch. Alte Kessel sind in deutschen Kellern immer noch in der Mehrzahl. Über die Hälfte aller Heizanlagen haben schon 20 Jahre und mehr auf dem Buckel. Hier gibt es für Hauseigentümer viel Spielraum, um langfristig ihre Heizkosten zu verringern. Denn wer eine herkömmliche Heizung auf Gasbrennwert umrüstet, senkt den Verbrauch von Primärenergie, also Gas, um bis zu 30 Prozent. Dadurch lässt sich trotz CO2-Abgabe auf Dauer eine Menge Geld sparen.

Außerdem liegt in Heizungsmodernisierungen ein riesiges Potenzial, um die Treibhausemissionen zu verringern. Das hat die Politik erkannt und fördert den Umstieg auf CO2-arme Heizsysteme mit großzügig ausgestatteten Förderprogrammen. Voraussetzung ist allerdings, dass dabei auch ein gewisser Anteil an erneuerbaren Energien genutzt wird. Gasbrennwert-Kessel können hierbei ihre ganze Stärke ausspielen, denn sie lassen sich bestens mit Solarenergie, aber auch mit Wärmepumpen kombinieren.

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Gasbrennwert – bewährt und günstig

Gasbrennwert-Kessel gelten als die Volkswagen unter den Heizungen. Sie sind technisch ausgereift, zuverlässig und vergleichsweise preiswert in der Anschaffung. Auch lassen sie sich platzsparend und einfach einbauen.

Weil Erdgas eine fossile Energie ist, bekommen Heizungskäufer seit 1. Januar 2021 Fördergelder nur noch für eine Erdgas-Brennwertheizung, wenn sie mit erneuerbaren Energien gekoppelt wird. Bewährt hat sich die Kombination mit Solarthermie. Die Kollektoren auf dem Dach bereiten Warmwasser auf und unterstützen in der Heizperiode zudem die Heizung. Sie tragen also dazu bei, dass weniger Erdgas verbraucht wird. Eine solche Hybridheizung für den Einstieg in grüne Wärme gibt es als fertige Systemlösung mit gut aufeinander abgestimmten Komponenten. Insbesondere im Altbau hat sich dieses effiziente Doppel bewährt.

Das Plus mit Wärmepumpe

Inzwischen sehr beliebt sind auch Wärmepumpen-Heizungen in Kombination mit Erdgas-Brennwertgeräten. Sie kommen häufig im Neubau von Mehrfamilienhäusern zum Einsatz. Reicht bei tieferen Temperaturen die Leistung der Wärmepumpe nicht aus, unterstützt der Erdgas-Brennwertkessel beim Heizen und insbesondere beim Bereitstellen von Warmwasser.

Auch für die Modernisierung von Altbauten kann ein System aus Wärmepumpe und Gasbrennwert eine gute Entscheidung sein. Dazu müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein: Wärmepumpen arbeiten nur dann effektiv und wirtschaftlich, wenn eine Vorlauftemperatur von 30 bis 50 Grad auch bei niedrigen Außentemperaturen ausreicht, um die Räume angemessen warm zu bekommen. Das funktioniert nur, wenn der Altbau gut gedämmt ist und möglichst über eine Fußbodenheizung verfügt. Herkömmliche Heizungen brauchen üblicherweise Vorlauftemperaturen zwischen 60 und 90 Grad. Der Erdgas-Brennwertkessel kann in der Kombination mit einer Außenluft-Wärmepumpe recht klein dimensioniert werden, da er nur zum Einsatz kommt, um Lastspitzen abzudecken.