Optimaler Schlaf: Energieressourcen natürlich nutzen

Guter Schlaf ist wichtig. Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen besondes guten und erholsamen Schlaf finden.

Guter Schlaf ist auf vielen Ebenen für die tägliche Leistungsfähigkeit unglaublich wichtig. Am besten erreicht ihn, wer sein Schlafzimmer ökologisch durchdacht gestaltet und aufstellt.

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Rund ein Drittel seines gesamten Lebens verbringt der Mensch schlafend. Keine vergeudete Zeit, ganz im Gegenteil. Denn Schlaf ist für unzählige Prozesse des Körpers ein essentiell wichtiger Helfer: vom allnächtlichen Neuordnen der Synapsen bis hin zur Wundheilung. Wer nicht gut schläft, der weiß, wie anstrengend der nächste Tag sein kann. Eine intensive und ausreichend lange Schlafphase ist notwendig. Im Einklang mit der Ökologie funktioniert das – und spart auch noch langfristig Kosten.

1. Die Grundvoraussetzungen für einen guten Schlaf

Alle noch folgenden Tipps sollten auf die Grundvoraussetzungen für einen guten Schlaf aufbauen. Diese sind:

  • Das Schlafzimmer ist nachts stockdunkel. Nicht das kleinste Lämpchen leuchtet – auch nicht die LED-Leuchte eines Ladegeräts.
  • Es ist bis auf das Atmen der Schlafenden absolut still.
  • Keine elektrischen Verbraucher laufen.
  • Die Temperatur ist weder zu hoch noch zu niedrig (mehr dazu weiter unten).

Tatsächlich ist ein Schlafzimmer, in dem nachts Fenster und Rollläden ebenso fest verschlossen sind wie die Zimmertür(en) absolut optimal – auch wenn man glaubt, nur bei offenem Fenster schlafen zu können. Das ist nur Gewöhnungssache.

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2. Prima Klima zum Schlafen

In fast keinem anderen Raum ist das Klima von einer so entscheidenden Bedeutung wie im Schlafzimmer. Primär deshalb, weil Temperatur, Sauerstoffgehalt und Luftfeuchtigkeit zentrale Auswirkungen auf den Schlaf haben. Folgende Gegebenheiten sollten im Schlafzimmer herrschen:

  • Luftfeuchtigkeit 40 – 60%
  • Temperatur 15 – 18°C
  • Sauerstoffsättigung maximal

Alle drei Faktoren lassen sich schon dadurch erzielen, indem man das Schlafzimmer vor dem Zubettgehen für mindestens zehn Minuten optimal durchlüftet. Das Problem ist: Dieser Zustand ändert sich im Laufe der Nacht automatisch:

  • Nacht für Nacht verliert der Mensch etwa 500ml Wasser. Teils durch Schwitzen, teils durch Ausatmen. Diese Flüssigkeit muss abgeführt werden, weil jedes Wassermolekül die Luftfeuchtigkeit erhöht und damit die Schlafqualität senkt.
  • Der Körper strahlt seine Wärme wie eine Heizung ab. Das kann, insbesondere in einem warmen Schlafzimmer (heizen im Winter, Sommernächte) zu viel sein und ebenfalls die Schlafqualität senken.
  • Schlafende setzen pro Minute 400ml Sauerstoff um. Je weiter die Nacht voranschreitet, desto höher wird der CO2-Gehalt im Raum und desto schlechter der Schlaf.

Um diese Schwankungen in Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Sauerstoffgehalt aufzufangen, bedarf es einige ausgleichende Maßnahmen:

Sehr viel lässt sich schon dadurch erzielen, indem das Schlafzimmer mit „atmenden“ Materialien ausgekleidet wird. Lehmputz etwa, versehen mit einem atmungsfähigen Anstrich, kann enorme Mengen an Wasser aufnehmen. Gleiches gilt für Öko Möbel: Bett, Nachtschränkchen und am besten alle Möbel im Schlafzimmer sollten aus natürlichem, unbehandeltem Holz bestehen, das ebenfalls Feuchtigkeit aufnehmen kann. Wird dies noch durch Bettwäsche aus Naturmaterialien, atmungsfähige Matratzen und Auflagen und vielleicht eine ebenso hölzerne, unbehandelte Zimmerdecke ergänzt, ist das Schlafzimmer klimatisch nahezu ideal. Allerdings nur, wenn morgens, gleich nach dem Aufstehen, abermals gut durchgelüftet wird, um die vorhandene Restfeuchte schnell abzuführen.

Für die Temperatur gilt indes, am besten wird die zum Schlaf notwendige Wärme im Bett erzeugt – etwa durch wärmende Bekleidung oder eine der Jahreszeit angepasste Bettwäsche. Heizen sollte man nur so, dass die oben erwähnte Mindestraumtemperatur von 15°C erreicht wird. In einem modernen, gedämmten Haus bedarf es häufig außerhalb scharfer Frostperioden keinerlei zusätzlicher Beheizung.

Zum Thema Sauerstoff gibt es indes nicht viel zu tun. Zwei Dinge sind jedoch besonders wichtig und sollten regelmäßig kontrolliert werden: Zum einen sollte das Schlafzimmer nicht gerade der kleinste Raum im Haus sein. Denn je kleiner, desto geringer auch das Grund-Sauerstoffvolumen. Zum anderen sollte man auf alles verzichten, was nachts zusätzlichen Sauerstoff verbraucht. Primär also Pflanzen aller Art, aber auch Haustiere. Keinesfalls sollte man jedoch durch gekippte Fenster versuchen, den Sauerstoffgehalt auf einem Level zu halten. Das würde zwar funktionieren; die dadurch eintretende Belästigung durch Lärm und auch Licht (vor allem in den Morgenstunden) würde jedoch sämtliche Vorteile zunichtemachen.

3. Echte Ruhe für einen ruhigen Schlaf

Wenn die Rollläden ebenso geschlossen sind wie die Fenster und Zimmertüren, ist es in einem Schlafzimmer schon beinahe optimal still. Wer an einer vielbefahrenen Straßen bauen möchte, sollte schon beim Bau darauf achten, dass das Schlafzimmer immer ein von der Straße abgewandter Raum ist – und zwar idealerweise so weit, wie es die Architektur zulässt.

Doch Ruhe muss auch im Schlafzimmer selbst bzw. bei seinen Bewohnern entstehen. Das bedeutet, alles aus dem Schlafzimmer zu verbannen, was Geräusche verursacht – auch wenn diese nur eine minimale Lautstärke haben. Dazu zählen: Summende Kühlschränke auf der anderen Seite der Schlafzimmerwand, hochfrequent surrende Elektrogeräte (die man oft nur unterbewusst hört) und vor allem eingeschaltete Handys, die Nachrichten empfangen.

Besonders effektiv: Gar keine Elektrogeräte, vor allem keine laufenden, im Schlafzimmer! Das gilt insbesondere für solche Apparate, die eingebaute Transformatoren haben (etwa Handy-Ladegeräte, aber auch so manche Netzteile von Radioweckern usw.). Diese sollten konsequent vom Netz getrennt werden. Handys vor dem Schlafengehen einfach in den Lautlos-Modus (ohne Vibrationsalarm) schalten. Tipp: Bei Smartphones lässt sich das auch automatisiert einstellen, sodass das Gerät sich zu einer bestimmten Uhrzeit selbsttätig lautlos schaltet.

Wer neben sich einen Schnarcher liegen hat, hat die Wahl aus diversen Hilfsmitteln zwischen Nasenklammer und Atemmaske. Das Naheliegendste übersehen jedoch die meisten: Klassische, weiche Ohrstöpsel, die man sich vor dem Zubettgehen in den Gehörkanal schiebt – und die oft auch für Verkehrslärmgeplagte eine enorme Schlafverbesserung sind.

Übrigens: Ganz verbannen muss man sein Smartphone nicht aus dem Schlafzimmer. Denn darauf lassen sich diverse Apps installieren, die ein natürliches Aufwachen simulieren. Sie erhöhen beispielsweise die Helligkeit oder speilen teilweise auch Naturgeräusche ab. Ganz so, als würde man wirklich draußen wach.

Eine echte Alternative zum Rollladen gibt es nicht. Gerade Jalousien dunkeln das Zimmer bei Weitem nicht so gut ab. Foto: calimiel/pixabay.com

calimiel/piyabay.com