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Förderung

EEG: Was steckt hinter der EEG-Umlage?

Oft in der Diskussion, doch nicht immer verstanden: Was steckt hinter der EEG-Umlage? Wer profitiert von ihr, wo gibt es Probleme? Wir haben die Antworten.

Die sogenannte „EEG-Umlage“ hat in den vergangenen Jahren für Diskussionen gesorgt – dabei hat die Regierung Schröder sie bereits im Jahr 2000 eingeführt. Der Name leitet sich ab von dem zugrunde liegenden Gesetz: das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Dieses soll den Ausbau der Erneuerbaren und somit die Energiewende vorantreiben.

So funktioniert die EEG-Umlage

Betreiber von Anlagen, die Strom aus Wind, Wasser, Sonne, Geothermie oder Biomasse produzieren, dürfen ihn in das Stromnetz einspeisen. Die Regierung verpflichtet die Netzbetreiber, diesen Strom abzukaufen – zu einem auf 20 Jahre staatlich garantierten Preis. Wer im Jahr 2015 zum Beispiel eine Photovoltaikanlage baut, bekommt die nächsten 20 Jahre zwischen 10,71 und 12,31 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde – je nach Größe der Anlage und Zeitpunkt der Inbetriebnahme.

Der Netzbetreiber verkauft den Strom weiter an der Strombörse. Meistens erhält er aber nicht den Preis, den er an den Anlagenbetreiber gezahlt hat. Die Differenz bekommt er aus dem EEG-Topf. Und dieser speist sich aus der EEG-Umlage, die jeder Verbraucher über den Strompreis mitbezahlt. Noch bis Ende des Jahres beträgt sie 6,170 Cent pro Kilowattstunde – ab 2016 steigt sie um weitere 0,184 Cent auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde.

Warum die Umlage immer weiter steigt

Je mehr Anlagen für Erneuerbare Energien in Betrieb gehen, desto höher steigen EEG-Umlage und die Kosten für die Verbraucher. Das hat zwei Gründe: Zum einen treibt die schiere Zahl der Anlagen die Menge des produzierten erneuerbaren Stroms nach oben. Die Netzbetreiber zahlen immer mehr Einspeisevergütungen an immer mehr Betreiber.

Zum anderen vergrößern die erneuerbaren Energien das Stromangebot an der Börse und senken – gemeinsam mit anderen Effekten – dort den Strompreis. Die Differenz zwischen Strompreis und der festen Vergütung, den die Anlagenbetreiber erhalten, steigt. Die Verbraucher gleichen die Differenz durch die EEG-Umlage wieder aus. Das führt zu einer paradoxen Situation: Je stärker die Erneuerbaren Energien den Strompreis senken, desto höher steigt die EEG-Umlage.

Ein weiterer Faktor: Unternehmen mit besonders hohem Stromverbrauch können sich mittels eines Antrags von der EEG-Umlage befreien lassen. Die Befreiung soll sie im internationalen Wettbewerb stärken. Kritiker bemängeln, dass auch Golfplatzbetreiber, Mastunternehmen und ähnliche Firmen befreit werden. Das treibt die Kosten für die Verbraucher.

EEG 2.0 – was bringt die Gesetzesnovelle?

Die EEG-Umlage gilt als Erfolg: Ob als Maßnahme gegen den Klimawandel, Unabhängigkeit von endlichem Strom aus dem Ausland oder erfolgreicher Wirtschaftszweig - die Energiewende macht uns alle zu Profiteuren. Nun gilt es, das System effizient zu machen. Dazu zählt das Senken der Kosten, insbesondere für die Verbraucher. Aus diesem Grund befindet sich die Ausgestaltung des EEG seit einigen Jahren in der Diskussion.

Bereits im Juli 2014 haben Regierung und Parlament eine Reform des EEG beschlossen. Die Förderung der einzelnen Erneuerbaren werden seitdem teils massiv zurück gefahren. Das Ziel: Die erneuerbaren Energien sollen sich künftig am Markt behaupten, die Betreiber der Anlagen den Strom selbst vermarkten. Außerdem müssen nun auch Eigenstromproduzenten die EEG-Umlage zahlen - sie waren bisher befreit. Ausnahmen und eine verminderte Umlage gelten für: Eigenstrom aus Erneuerbaren oder hocheffizienten Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen. Für viele Diskussionen sorgt weiterhin die Befreiung der stromintensiven Industrie von der Umlage. Einige Ausnahmen wurden nun gestrichen, andere gelockert, weitere beibehalten. Für die weiter bestehenden Einnahmeausfälle in Höhe von rund 5 Milliarden Euro zahlt: der Verbraucher. Was sich ab 2016 ändern wird, erfahren Sie in unserem Artikel "Umlage für grüne Energie steigt".


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