Klimaschutz: Deutsche nehmen Einbuße in Kauf

Laut einer Umfrage bleibt die Energiewende trotz zunehmender Proteste nicht wirkungslos – die Mehrheit ist bereit, für den Klimaschutz Opfer zu bringen.

Läuft die Energiewende in Deutschland, nachdem es immer mehr Proteste gegen Windparks und Stromtrassen gibt, in Leere? Eine repräsentative Forsa-Umfrage ergab das Gegenteil einer Energiewende-Müdigkeit. Fast alle der 1007 befragten Personen gaben an, dass sie durch persönliche Verhaltensänderungen bereits versuchen, das Klima zu schützen.

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Weniger Plastiktüten, Fleisch und Flüge

Die Mehrheit der Deutschen ist dazu bereit, auf die Herausforderungen der Energiewende mit Änderungen des persönlichen Verhaltens zu reagieren. 85 Prozent der Befragten gaben an, im Haushalt Energie zu sparen und 74 Prozent nutzen weniger Plastiktüten. Mehr als die Hälfte der Befragten erklärt, weniger Fleisch zu essen, knapp 50 Prozent lassen das Auto öfter stehen und fliegen seltener. Ein Drittel ist dazu bereit, sich ein Elektro- oder Hybridauto anzuschaffen.

Lärm als Hauptbedenken gegenüber neuen Windkraftprojekten

Acht von zehn Befragten haben kaum Bedenken bei der Errichtung von Ökostromanlagen. Den Kritikern ist vor allem der Lärmanstieg ein Dorn im Auge, viele fürchten außerdem negative Auswirkungen auf Flora und Fauna oder die Zerstörung des Landschaftsbildes. Die Hälfte der Kritiker plädiert für eine Errichtung der Anlagen in unbesiedelten Gebieten oder für Offshore-Windparks. 16 Prozent würden lieber auf neue Technologien warten, 12 Prozent stimmten für die Rückkehr der Atomenergie und elf Prozent wäre es am liebsten, konventionelle Energiequellen beizubehalten.