Deutsche unterschätzen Energiesparpotenzial

In einer neuen Umfrage gab ein Großteil der Deutschen an, im Haushalt aufs Energiesparen zu achten. Dennoch bleibt mehr Energiesparpotenzial ungenutzt als erwartet.

Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hat im November im Auftrag der Deutschen Energieagentur (dena) 1.620 zufällig ausgewählte Deutsche zu ihrem Energiesparverhalten befragt. Ein Großteil der Befragten gab an, bereits eine große Menge Energie im Haushalt einzusparen. So achten 80 Prozent der Befragten beim Heizen sowie beim Kauf und bei der Nutzung elektrischer Geräte auf den Energieverbrauch. Weitere 70 Prozent fahren nach eigenen Angaben spritsparend Auto. Dennoch bleibt jährlich ein großes Energiesparpotenzial in deutschen Haushalten ungenutzt.

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Mehr Engagement von Politik gefordert

Dass die vorhandenen Einsparpotenziale nicht ausgeschöpft werden, liegt zu einem großen Teil an der falschen Einschätzung der Deutschen: Fast die Hälfte der Befragten schätzte das Stromsparpotenzial im eigenen Haushalt auf 10 Prozent. Tatsächlich kann der Stromverbrauch durch die Verwendung sparsamer Geräte und durch kleine Tricks um rund 20 Prozent reduziert werden.

Schuld für dese Fehleinschätzung sind laut dena vor allem Politik und Wirtschaft, die die Verbraucher beim Energiesparen nicht genügend unterstützen. Daher fordert die dena neue Initiativen der Politik. Auch die Umfrageergebnisse geben den Forderungen der dena recht: Die große Mehrheit der Deutschen wünscht sich von der Politik stärkere wirtschaftliche Anreize statt gesetzliche Vorschriften. Zudem erwartet man ein größeres staatliches Engagement bei der Förderung von Maßnahmen zur Heizungsmodernisierung und Wärmedämmung.

Geringe Investitionsbereitschaft

Mehr Engagement seitens der Politik könnte auch die Investitionsbereitschaft der Verbraucher wieder stärken. Denn rund 18 Prozent der Befragten wollen in den kommenden zwei Jahren nichts in energiesparende Maßnahmen investieren, 28 Prozent sind noch unschlüssig und weitere 28 Prozent sind nicht bereit, mehr als 500 Euro auszugeben. Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsfühung betonte daher, dass in Zukunft noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden müsse, damit die Verbraucher die Vorteile der Energieeffizienz in vollem Umfang erkennen und die Chancen nutzen könnten. Der Schlüssel zum Erfolg seien hierfür Transparenz und Innovation. Dies solle die Politik stets im Auge behalten.

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