Startup entwickelt automatisierten Energieberater

Ein neu entwickeltes Messsystem verspricht, Gebäudeanalysen einfacher und günstiger zu machen.

Die Deutsche Energie-Agentur ist sich sicher, dass die Klimaziele ohne energetische Sanierungen nicht zu erreichen sind. Der größte Teil an Bestandsgebäuden in Deutschland wurde vor 1978 gebaut, als es noch keine Wärmeschutzverordnung gab. Für viele dieser energetisch nicht effizienten Gebäude lohnt sich eine Sanierung, der meist eine umfassende Beratung vorausgeht. Mit einem neuartigen Messsystem möchte ein Startup diese Beratungen nun einfacher und günstiger machen.

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360-Grad-Innenraumscanner erstellt Raummodell mit energetischen Informationen

Das Startup hat eine Kamera entwickelt, die 360 Grad eines Raumes scannt: Einmal im sichtbaren und einmal im infraroten Wellenlängenbereich. Aus diesen Daten wird digital ein Modell des Zimmers erstellt, bei dem Decke, Wände und Boden wichtig sind. Möbel sowie Pflanzen sind nur schematisch dargestellt. Über dieses Modell werden Infrarot-Aufnahmen gelegt, die dann energetische Informationen wie Wärmedurchgangskoeffizient, Wärmebrücken und Feuchtigkeit veranschaulichen. Besonders der Wärmedurchgangskoeffizient ist für Sanierer interessant, da er zeigt, wo und wie viel Wärme verloren geht. Die Sanierer selbst, Energieberater oder Handwerker können die Daten verwenden.

Auch für Laien geeignet

„Beratungen sollen durch unseren Algorithmus objektiver, schneller und einfacher werden und dadurch auch günstiger“, erklärt Silvan Siegrist, einer der Projektleiter. „Das Messsystem soll so günstig werden, dass man es sich selbst ausleihen kann, und so einfach zu bedienen sein, dass es auch Laien einsetzen können“. Das Startup wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, von der Helmholtz-Gemeinschaft und dem Climate-KIC-Initiative des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie gefördert. Die Erfinder sind bereits an der Weiterentwicklung ihrer Idee: „Wir wollen die Software so verbessern, dass sie in Zukunft auch Empfehlungen für die energetische Sanierung geben kann“, so Siegrist. Das wäre dann der erste automatisierte Energieberater.