Energetische Sanierung 2019: Haben sich die Förderungen geändert?

Der Staat fördert energetische Sanierungen zumeist durch Förderkredite. Ändern sich die Anforderungen an die Maßnahmen und die Förderungen im Jahr 2019?

Ganz allgemein: eine energetische Sanierung kostet. Im späteren Verlauf ist es aber durch diese Maßnahmen möglich, Geld einzusparen. Zugleich fördert der Staat etliche Maßnahmen, zumeist durch Förderkredite. Dies ist vielen bekannt, doch ändern sich die Anforderungen an die Maßnahmen und letztendlich auch die Förderungen? Wie sieht das nun im Jahr 2019 aus? Dieser Artikel schaut sich das Thema einmal genauer an.

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Sind 2019 Förderungen in diesem Bereich hinzugekommen?

Generell ist es möglich, das Hauseigentum mithilfe von staatlichen Fördergeldern zu sanieren. Gleichfalls unterstützt der Staat Häuslebauer auf dem Weg zum energetischen Haus. In beiden Fällen gibt es zwei Anlaufstellen, um Gelder zu erhalten: die KfW-Bank sowie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Für private Eigentümer gibt es rund 50 Programme, die sich überwiegend auf die Energieeffizienz konzentrieren. Gleichzeitig beschäftigen sich einzelne Programme mit dem Erwerb von Bestandsimmobilien und deren anschließender Sanierung. Einige Fakten:

  • Geld: gibt es nur auf Antrag. Bevor Interessenten erste Handwerker beauftragen, müssen sie den Antrag an die entsprechende Behörde stellen. Die KfW-Förderungen erfolgen über die Hausbank, beim Bafa wird direkt online ein Antrag gestellt.
  • Informationen: Um die Förderungen zu erhalten, müssen sich Hausbesitzer ausreichend informieren. Nach Möglichkeit empfiehlt sich ein zertifizierter Energieberater, da dessen Gutachten dem Antrag beigelegt werden kann – und anerkannt wird. Zugleich beinhaltet die Beauftragung häufig schon die Antragstellung und die Nachweisbeschaffung.
  • Belege: Wird nicht alles über den Energieberater geregelt, obliegt es dem Eigentümer, die entsprechenden Belege einzureichen. Ohne diese gibt es kein Geld.

Mit in diesen Bereich fällt sicherlich auch das Baukindergeld. Familien erhalten 12.000 Euro jährlich pro Kind für die Errichtung eines Eigenheims. Bei energetisch modernen Häusern ist es kein Problem, die Förderungen zu kombinieren.

Wie hoch fallen die Förderungen aus?

Es gibt keinen pauschalen Betrag, der auf alle Förderungen zutrifft. Je nach Art des Programms fallen die Gelder unterschiedlich aus. Einige Beispiele:

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  • Heizungen: Hier gilt eine Höchstsumme von 25.000 Euro. Die Gelder gibt es jedoch erst, wenn der Bauherr die Rechnungen an die Bafa geleitet hat. Wichtig ist zu beachten, dass die einzelnen Programme wieder bestimmte Anforderungen an den Bauherren stellen. 2019 müssen beispielsweise entsprechende Pumpen verbaut werden, um eine Förderung von 30 Prozent der Kosten zu erhalten. Auch der Umstieg von Gas und Kohle auf nachwachsende Rohstoffe gibt einen Zuschuss.
  • Kombination: Viele Programme der beiden Anstalten lassen sich miteinander kombinieren, wodurch es natürlich mehr Geld gibt.
  • Eigentumskauf: Wer sich ein neues Haus zulegen will, welches selbst bewohnt wird, der kann über das Programm KfW 124 bis zu 50.000 Euro als zinsgünstiges Darlehen erhalten. Bei Neubauten ist das Darlehen an Berater, Grundstück und Baukosten gekoppelt, bei Bestandsbauten darf es für den Kaufpreis, Modernisierungen und den Umbau genutzt werden.
  • Energietisches Sanieren: Sofern ein Experte das ganze Projekt begleitet, bietet die KfW 4.000 Euro Zuschuss für dessen Kosten an. Auch hier sind Kombinationen möglich. Zudem erhalten Sanierungswillige über das Programm 151 (Energieeffizient Sanieren) vergünstigte Darlehen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Wohneinheit. Wer zudem einen Effizienzhaus-Standard erreicht, erhält noch einmal bis zu 27.500 Euro Tilgungszuschuss.

Grundsätzlich kann nur empfohlen werden, sich ausgiebig zu informieren und zu erkundigen. Viele Hausbesitzer lassen bei Sanierungen Gelder liegen, weil sie schlichtweg von deren Existenz nichts wissen. Andere wissen nicht, dass Kombinationsmöglichkeiten bestehen – oder mit welchen kleinen Änderungen des Sanierungsvorhabens es wesentlich höhere Beträge gibt.

Wie viel Geld lässt sich durch eine energetische Sanierung sparen?

Auch hier kann keine pauschale Summe genannt werden. Bei einem Neukauf eines Gebäudes, sei es ein Neubau oder eine Bestandsbaute, der hat praktisch gar keinen Vergleich, weil der vorherige Zustand nicht während der eigenen Besitzspanne lag. Wer allerdings schon in einem Haus lebt und dieses saniert, der kann die Einsparungen quasi am eigenen Leib spüren. Hier kommt es jedoch auf den Ist-Zustand des Gebäudes an:

  • Veraltete Dämmung: Stammt die Dämmung noch aus den 70er-Jahren, gibt es noch keine ausreichende Dachdämmung, neue Fenster und ist die Heizung auch veraltet, fällt die Ersparnis beträchtlich aus. Trotzdem muss natürlich berücksichtigt werden, dass die Ersparnis ein dauerhaftes Ereignis ist, welches sich auf die Zeit bemerkbar macht. Die Kosten für die Sanierung sind auf der anderen Seite dementsprechend hoch.
  • Heizung: Beim Austausch der Heizungsanlage lässt sich die Ersparnis häufig besonders gut aufzeigen. Hier reicht schon der Umstieg von Gas/Öl auf nachwachsende Rohstoffe. Der Unterhalt einer Pelletheizung ist deutlich günstiger als der einer Gas/Öl-Heizung, zudem ist die Effizienz höher. Noch deutlicher wird die Ersparnis bei der Anschaffung einer Wärmepumpe, zumal diese wiederum oft mit einer Solaranlage gekoppelt wird.

Generell ist jede Sanierung erst einmal teuer. Auf den ersten Blick überwiegen die Kosten für die Sanierung, doch auf die Zeit gerechnet amortisieren sich die Ausgaben und es kommt zu einer deutlichen Ersparnis.

Wie lässt sich sonst noch Heizenergie sparen?

Abseits sämtlicher Sanierungsmaßnahmen ist es natürlich notwendig, das eigene Verhalten zu überdenken. Im perfekt sanierten Haus können die Heizkosten immer noch enorm sein, wenn die Verbraucher die Thermostate voll aufdrehen oder ständig die Fenster auflassen, obwohl die Heizung läuft. Wer sich dafür interessiert, findet hier noch mehr zum Heizkosten sparen. Zusätzlich hilft es, sich selbst zu kontrollieren:

  • Lüften: Statt der Kipplüftung wird im Winter nur stoßgelüftet. Zwei, drei Mal am Tag werden die Fenster sperrangelweit für fünf Minuten aufgerissen, möglichst so, dass Durchzug entsteht. Während des Lüftens ist die Heizung aus.
  • Thermostate: Es gibt sehr effiziente Thermostate, die kaum eigenes Zutun erfordern. Einmal programmiert, sorgen sie dafür, dass die jeweiligen Räume eine bestimmte Temperatur erreichen. Der Vorteil: Die Thermostate haben eine Schutzfunktion, die offene Fenster erkennt. Es folgt automatisch eine Abschaltung.
  • Temperatur: In vielen Haushalten sind die Temperaturen in den einzelnen Räumen zu hoch. Bereits das Herunterstellen um 1 Grad wirkt sparende Wunder.

Fazit – Informieren und Förderungen erhalten

Gerade rund um energetische Sanierungsprojekte, Heizungserneuerungen oder den Umstieg auf Solarenergie bietet der Staat gute Förderprogramme an, die Hausbesitzer finanziell bei den Aufgaben unter die Arme greifen. Hierzu ist es jedoch notwendig, sich sehr gut zu informieren, und möglichst einen Berater mit ins Boot zu holen. Anderenfalls ist es gut möglich, dass Fördergelder nicht bewilligt oder einfach nur übersehen werden.