Kohleausstieg kommt nur langsam näher

Die letzten beiden Kohlezechen in Deutschland werden zum Jahresende geschlossen. Auch der Import ist rückläufig.

Steinkohlebergbau gibt es bereits seit 200 Jahren in Deutschland. Doch bis zum Ende dieses Jahres werden die letzten beiden Zechen Prosper-Haniel in Bottrop und Anthrazit in Ibbenbüren geschlossen. In Zukunft wird dieser Energieträger dann aus dem Ausland importiert. Aber auch die Importzahlen nehmen weiter ab.

Sechs Millionen Tonnen weniger als 2016

Noch im Jahr 2000 wurden 54 Prozent der in Deutschland verarbeiteten Kohle gefördert. Laut dem Gesamtverband Steinkohle wird heute bereits gut ein Drittel der Kohle importiert. Wichtige Kohlelieferanten sind Russland, Kolumbien, die USA und Australien. Der Verein für Steinkohleimporteure (VDKI) hat Daten veröffentlicht, denen zufolge der Steinkohleimport um sechs Millionen Tonnen auf knapp 51,2 Millionen Tonnen gegenüber 2016 gesunken ist. Der VDKI sieht den Grund für den rückläufigen Steinkohleverbrauch in Deutschland in der steigenden Stromerzeugung mit Wind. Im vergangenen Jahr hat der Marktanteil der Windenergie mit 16,1 Prozent die Steinkohle (14,4 Prozent) überholt.

Steinkohlehandel steigt weltweit um 1,5 Prozent

2017 wurden weltweit rund 1,14 Milliarden Tonnen Steinkohle gehandelt, das sind 1,5 Prozent mehr als 2016. Und auch die Förderung der Kohle stieg weltweit um zwei Prozent auf 6,9 Milliarden Tonnen.